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DIE RESTAURIERUNG - TECHNISCHES RESÜMÉE

SACHEN ZUM LACHEN 

(oder weinen; wie man´s nimmt)

Was auf dem Motorrad "verändert" gewesen war, als ich mit der Restauration 1998 begann:

- der Fahrersattel /Sozius war durch einen ausgetauscht, der ähnlich der Bank einer R 25/3 war (kam aber in Wirklichkeit von einer Java) und wurde mehr schlecht als recht am Rahmen festgebunden

- der Scheinwerfer, der drauf war, ist um einiges grösser gewesen, als der "Original"-Scheinwerfer. Nach ein paar Nachforschungen bin ich nun der Meinung, dass das Teil mal früher auf einer PUCH 250 SG / TTF gewesen sein muss...

- ... dementsprechend muss auch der Tacho aus dieser Ecke gekommen sein ... würde mich ja nicht beschweren, wenn er wenigstens FUNKTIONIERT hätte !?

- ... sowie ein Rücklicht, das nicht mehr vorhanden; anmontiert wurde ein "Etwas" von einem mir unbekannten Motorrad

- Ständer war Marke "Do-It-Yourself": d.h. der Ständer des Motorrades war in seinem vorherigen Leben ein Heizungsrohr, das jemand mit viel Geschick so umgebaut hatte, dass es nun als Ständer fungierte ... leider stand das Motorrad auf diesem Ständer SCHRAEG....

- am Tank war mittels Lötzinn ein neues Gewinde für einen Benzinhebel angelötet... aber WAS für ein Gewinde .... (s. Foto).  



- der Tank war VERCHROMT!!! (und das natürlich so miserabel, dass der Chrom abblätterte...)

- nicht zu erwähnen die unzähligen Beulen und den DICKEN Rostbelag innen... dass der Tank überhaupt noch zusammen hielt, war ein Wunder...

- viele Kleinstlöcher und Haarrisse machten denk Tank undicht...

- die diversen Hebel am Lenker wurden durch eigenwillige RAHMEN-Konstruktionen aus BLECH daran gehindert worden, GAENZLICH auseinander zu fallen...

- der Vergaser hat unten einen Flaschen-Korken als Verschluss; einen unbekannten Luftfilter; einen Messing-Ring um den Haltedeckel des Seilzugs, sowie einen Messing-Schieber innen (Gas)

- Messing-Führungsbuchsen in den Radaufhängungen hinten (beidseitig; da wo normalerweise die Pertinax-Buchsen sind); die Rohre, die durch die Federung führen sind mal durch selber gedrehte Massiv-Stahl-Stangen ersetzt worden (sieht aber ausnahmsweise nicht schlecht aus; und ist VERDAMMT robust)

- Kardanwelle: bei der Schraube (bei dem Kreuzgelenk und der Sternmutter) ist ein Simmering (oder Wellendichtring). Der Simmering, der an dessen Stelle drin war, war zu klein -> also hat da jemand eine Art Büchse gebastelt und reingesetzt, damits passt -> Folge: Kreuzgelenk rieb an dieser Buchse und hat Schaden genommen *grrrr* (musste eine Neü im Tausch kaufen). Von der zerbrochenen Kardan-Glocke nicht zu reden.

- Achshalterung (gegenüber Antrieb hinten) war gebrochen. Dies muss eine "Kinderkrankheit" der ersten R25 gewesen sein

- Motor: im Pleül (unten) ist ein Käfig-Kugellager. Das war gar nicht mehr da sondern (jetzt haltet euch fest) > da hat jemand eine Eisenstange (mit dem gleichen Durchmesser wie die Rollen) genommen, mit ´nem Meisel sie in einheitliche Stücke getrennt und dicht an dicht reingesetzt (und es lief!) 

- gestartet wurde das Motorrad mit einer (mitgeführten) 4,5 V Blockbatterie, weil >>

- >> LiMa kaputt ... (wie so häufig...)

- "normale" Batterie kaputt (ausgelaufen) > diese befand sich in einem selbst zusammengeschweissten "Batterie-Käfig" (war eine Heidenarbeit diesen "Käfig" mit ´ner Flex abzutrennen, bis die Original-Halterung darunter zum Vorschein kam)

- Lenker hat seitlich so "Horn-Bars" (Hebel, die seitlich aus den Enden des Rohres rausschaün) und quietschgrüne, transparente Handgummies. Nach einigen Nachforschungen vermute ich nun, dass es sich um diesen Lenker evtl. um einen von einer R4 handeln könnte...

- Fussrasten Marke "Eigenbau"...

- Hardyscheibe (das Gummi-Teil zwischen Getriebe und Kardanwelle) war auch eine EIGENKOSTRUKTION!

Nachtrag 30. Juni 2001:

- Die Gabelendrohre der Vorderrad-Gabel hatten etwas "Luft" (statt der seitlichen Toleranz von max. 0,01 - 0,1 mm hatte ich 0,5mm Spiel). Habe dann die "originalen" Gleitbuchsen von BMW gekauft und plötzlich hatte ich ein Spiel von ca. 1,7 mm (!). Fehlersuche ergab: Jemand hatte die Gabelendrohre ABGEDREHT/ABGEFRAEST, um sie im Durchmesser zu verkleinern. Ich vermute mal, dass derjenige nur kleinere Gleitbuchsen von irgendeinem anderen Motorrad zur Verfügung hatte. A propos Gleitbuchsen: anstatt der originalen Pertinax-Gleitbuchsen waren von den vier Stück nur zwei aus Pertinax, die anderen beiden waren aus EISEN (o.ä. Material; zumindest waren sie magnetisch).

Nachtrag 20.08.2001:

- Es hat sich herausgestellt, daß das Auspuff-Gewinde am Zylinderkopf verschlissen und nicht mehr zu gebrauchen war. Also ´mal eben ein neues Gewinde am Zylinderkopf angeschweißt und fertig war die Maschine...

An dieser Stelle ein lautes [AECHTZ], wenn ich mir die Liste noch einmal durchlese... WARUM habe ich mich bloß auf diese Geschichte eingelassen ?  ;-)

Antwort:

Weil viele Erinnerungen an dieser Maschine hängen und die nun folgenden Ausfahrten & das Wissen, etwas "Nicht-Alltägliches" zu haben, dafür entschädigen. 


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